Montag, 18. Oktober 2010

Freestyler (Pullunder)

"Straight from the top of my dome
As I rock, rock, rock, rock, rock the microphone..."


Nein!
Das fällt mir nur ganz spontan ein, wenn ich an "freestyle" denke. Denn dieser Pullunder ist ein absolut Freestyle-Projekt, bei dem ich fast mehr geschnitten als genäht habe. Die Optimierungsversuche dauerten letztendlich zwar länger als geplant, und zwischenzeitlich war ich locker drauf und dran, alles hinzuwerfen, aber nun ist er fertig: der neue PULLUNDER.


Ich hatte viel zweifarbigen Fleece bei mir gefunden und dachte bei mir, einfach mal frech darauf los zu schneiden, ohne große Rücksicht auf Schnitt oder Verlust. Denn was bei Puppen geht, muss doch auch für Menschenkinder funktionieren.


Meine Mutter hat mir damals schon gezeigt, wie ich für die kleinen Püppchen schnell und einfach Kleider nähe/ schneide. Diese Technik wollte ich nun auf mehrere Nummern größer übertragen. Schere in die Hand, Pullover zur Maßbestimmung gleich daneben und schneiden. Freihand. Ohne Vorzeichnung. Ohne Feststecken. Ohne Schnitt.

Nachdem ich die Seiten zusammengenäht hatte - die erste Anprobe, die mit einem Kleinkind gar nicht so leicht ist. Denn oft bestimmt die derzeitige Laune und Lust das Hop oder Top eines neuen (oder alten) Kleidungsstückes. Dieses Mal hatte ich Glück. Der Pullunder-Rohling, der ja eigentlich schon fertig sein sollte, wurde anbehalten und gleich ein Markierungsfleck mit Frischkäse gesetzt. Da hatte ich erst einmal gewonnen!

Aber ich musste auch feststellen, dass der Pullunder trotz Nahtzugabe, die ich diesem Freestyle-Projekt trotz allem gegeben hatte, zu eng saß. Fleece ist nun mal kein Jersey (der Vorlage). Außerdem sahen die Ärmel- und Schulterpartien natürlich viel zu kastenförmig aus. Gut, das war schnell erledigt: Schere wieder raus und mutig weiter geschnitten.

Für die Weite trennte ich erst einmal alle (zwei) Nähte wieder auf und überlegte mir ein neues System. Ich hätte es fotografieren sollen! An jeder Seite habe ich zwei Laschen mit Knopfloch (also ein Schnitt, der an den Seiten mit Nähten verstärkt wurde) angenäht und am Rückenteil schöne türkisfarbene Knöpfe angebracht. Ha, das sah fast wie ein Kettenhemd aus!

Nun wollte ich Häkelblumen zur Verzierung anbringen. Als ich die für hinten auf den Stoff legte, gefielen mir diese Knöpfe nun wieder gar nicht mehr... Das lenkte ja auf furchtbarste Weise von meiner Häkelblume ab. Außerdem saß der Pullunder nun viel zu locker und zu beweglich. Hier war so ein Punkt, an dem ich das DING in die Ecke werfen wollte.

Aber ich blieb eisern. Ich hatte schon zu viel Mühe investiert. Laschen und Knöpfe waren schnell wieder abgetrennt, und ich nähte einfach einen Besatz in jede Seite ein, ein Streifen des gleichen Fleece in der Wendefarbe. Nachdem ich die Hälfte der gehäkelten Blumen und Blätter angenäht hatte, war eine Aufgabe fast noch einmal soweit. Nach dieser langen Zeit war ich mir nämlich mittlerweile vollkommen unsicher, ob ich dieses Projekt überhaupt mag, ob es angezogen schön aussieht, ob mein Freestyle-Plan wirklich aufgegangen ist... Meine Mutter gab mir das, was ich in dem Moment brauchte: das richtige Feedback und die Zuversicht, noch eine Kleinigkeit zu versuchen. Wir probierten mehrere Varianten, die abgeschnittenen Ränder zu gestalten. Zum Schluss nähte ich einfach noch Perlgarn dran. 

Kaum zu glauben: FERTIG!




Er ist schön kuschelig warm und weich und getragen einfach süß und unwiderstehlich!

Naja, jetzt kann es ruhig noch einmal kommen!
r.




Bomfunk MCs-Freestyler - MyVideo

Häkelblumen von Farbenmix Häkelsommer

Kommentare:

  1. Der Pulli mit Häkelblumen sieht klasse aus! Toll gemacht!
    LG
    Petra

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  2. Der sieht so schön aus! Angezogen sicherlich einfach zuckersüß! Liebe Grüße, éva

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  3. Vielen Dank, Ihr Lieben!
    Eure Worte bestätigen auf sehr wärmende Weise, dass es gut war und ist, dranzubleiben.
    Liebe Grüße,
    Steffi

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